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Mai 2005

Hola und Hallo an alle,

So, nun ist es Winter hier. Von einem Tag auf den anderen war die Sonne weg und der Winter da.
Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass die Sonne noch mal rauskommt ;-). Sonst müssen wir halt in die Berge fahren. Dort ist es Sommer, wenn es in Lima Winter ist.

Das haben wir in unseren Ferien auch getan. Wir hatten eine Woche Schulferien, und das habe ich ausgenutzt und war auf Reisen.
Ich bin mit meinem Rucksack im Combi (kleine Busse in Lima) zum Terminal der Busgesellschaft gefahren. Dort habe ich Klaus, Sabine und Karin getroffen, mit denen ich nach Huaraz fahren wollte. Huaraz liegt etwas nördlich und bisschen ins Innere des Landes. In der Cordillera Blanca, ein Teil der Anden.
Dort sind wir am nächsten Tag –nach einer kurvenreichen und sehr in die Höhe führenden Nachtfahrt- angekommen. In Huaraz planten wir erstmal unsere Wanderung, und am nächsten Tag –Sonntag- gings los. Wir sind 4 Tage lang den kleinen Huayhuash-Wanderweg gewandert. Die Höhe in Huaraz hat mich ganz schön mitgenommen. Auf der Fahrt dorthin war mit ziemlich schlecht, und den ganzen nächsten Tag war mein Kreislauf nicht ganz so in Schwung. Aber mit viel „Mate de Coca“ war ich am Sonntag wieder einigermaßen fit, und konnte trotzdem mitwandern.
Mit einem sehr klapprigen Bus voll beladen bis unters Dach fuhren wir eine sehr kurvenreiche und zum Teil anstrengende Straße nach Pocpa –anstrengend deshalb, da manchmal nur ca. 10 cm Platz war, bis zum Abgrund, und der Fahrer nicht gerade langsam fuhr. Nachdem in Pocpa, ein kleines Andendörfchen, unser Gepäck auf zwei Eselchen geladen worden war, konnten wir loswandern. Die Gegend dort ist wunderschön. Berge, Flüsse, Lagunen, Kühe, Blumen, Wiesen,… (siehe Bilder unter: Bilder der Wanderung in der Cordillera Hauyhuash)

Die erste Nacht haben wir in ca. 4100 m ü NN übernachtet. Das war schon ein bisschen kalt, so im Zelt. Aber mit zwei Hosen, vier Pullis, Mütze und Handschuhen hatte ich eine recht angenehme Nacht ;-).
Der nächste Tag war sehr anstrengend wir mussten einen Pass mit 4775 m überqueren. Und dann auf der anderen Seite fast genauso viel wieder runter, auf ca. 4300 m. Aber es hat sich gelohnt. Wir haben die zweite Nacht an einer wunderschönen Lagune übernachtet. Am dritten Tag gings dann, nach einem gemütlich Vormittag ohne wandern, noch mal einen Pass hoch. Als wir fast oben angekommen waren auf 4600 m beschlossen wir, dass wir hier übernachten werden, und am nächsten Tag erst den Rest des Passes gehen werden. Es war erst 15 Uhr und schon schrecklich kalt. Wir fürchteten uns schon ein wenig vor der Nacht. Nach nem leckern Abendessen mit Suppe und Kartoffelbrei und ner Runde Uno spielen im Zelt eng zusammen gerückt, dass es nicht so sehr kalt ist, haben wir es bis 19 Uhr ausgehalten. Mit einer dritten Hose konnte ich auch diese Nacht überstehen. Aber um 6 Uhr wars uns entschieden zu kalt. Deshalb sind wir schon recht früh aufgebrochen.
Nach ca. 3 Stunden den Berg runter kamen wir wieder in Pocpa an. Von dort mussten wir noch mal vier Stunden zurück nach Huaraz fahren.

Von Huaraz aus bin ich in der Nacht nach Trujillo gefahren. Das ist noch ein Stückchen weiter im Norden. Ich musste aus Peru ausreisen, da meine 90 Tage Visum schon fast abgelaufen waren. Nach einem Touri-Tag in Trujillo und vielen Besichtigungen vieler verschiedener Pyramiden und Tempel ging es mit einem weiteren Nachtbus weiter in den Norden nach Piura, und von dort dann in Richtung Loja über die Grenze nach Ecuador. Nach einer Nacht in Macará, ein kleines Dorf kurz hinter der Grenze in Equador –ich war die einzige Touristin dort- fuhr ich wieder zurück nach Peru.
Hat auch alles soweit super geklappt, bis auf ein paar Kleinigkeiten wie das, dass der Zollbeamte meinte, dass das illegal sei, was ich in Peru mache, und ich mindestens 30 Tage aus Peru draußen sein muss! Da bin ich ganz schön erschrocken! Aber nach bisschen „häää, ich verstehe nix“ und bisschen lieb lächeln hat er mir dann doch den Stempel und meine 90 Tage gegeben! Mission erfüllt!!! Ich war richtig super zufrieden und stolz darauf, diese Reise alleine und mit Erfolg durchgeführt zuhaben.
Ich war aber auch sehr erleichtert, als ich dann nach einem Tag in Piura und einer weiteren Nachtfahrt in god old Lima angekommen bin. Hier fühle ich mich mittlerweile schon richtig heimisch. Hier weiß man, in welche Busse man springen muss, und wo wieder raus. Und mittlerweile auch, wo man nicht hinfahren sollte, zumindest nicht alleine oder dann ohne Tasche.

So, dann wünsche ich euch einen schönen Sonntag, und eine schöne Woche. Ganz liebe Grüße –aus dem nicht mehr so sehr warmen Lima-

martina

Hier könnt ihr –falls ihr wollt- meine Reiseroute anschauen.
reiseroute

 













last update: 12.06.05